SKILLS

Der ultimative Claude-Skills-Guide

Wer Claude für wiederkehrende Aufgaben ohne Skills nutzt, erklärt der KI jedes Mal von vorne, wie sie arbeiten soll. Hier ist der komplette Weg: was ein Skill ist, wie du fertige installierst, wie du dir aus deiner eigenen Arbeit einen eigenen baust und wann du stattdessen einen MCP brauchst.

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So nutze ich KI im Alltag, zum Mitmachen

Ein bis zwei Mal pro Woche bekommst du von mir ein kurzes Video, das dir zeigt, wie du eine konkrete Aufgabe mit KI automatisierst und dir Zeit sparst. Alles, was ich dir zeige, nutze ich selbst jeden Tag.

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Wer Claude für wiederkehrende Aufgaben ohne Skills nutzt, erklärt der KI jedes Mal von vorne, wie sie arbeiten soll. Genau das nimmt dir ein Skill ab. In diesem Guide gehe ich mit dir den kompletten Weg durch, also was ein Skill wirklich ist, wie du fertige Skills installierst, wie du dir aus deiner eigenen Arbeit einen eigenen Skill erstellst, und zwar so, dass Claude ihn sauber und fehlerfrei anlegt. Am Ende weißt du auch, wann ein Skill der richtige Weg ist und wann du eher einen MCP brauchst.

Was ein Skill eigentlich ist#

Ein Skill ist im Kern ein Ordner mit einer Datei namens SKILL.md. Darin steht, wie Claude eine bestimmte wiederkehrende Aufgabe erledigen soll, also Regeln, Beispiele, Qualitätskriterien und der Ablauf. Du kannst den Skill mit ein paar weiteren Dateien ergänzen, etwa Vorlagen, Referenz-Dokumente oder kleine Skripte, aber die SKILL.md ist das Herzstück.

Der eigentliche Trick steckt darin, wie Claude den Skill lädt. Anthropic nennt das progressive disclosure, also schrittweises Aufdecken, und das läuft in drei Stufen ab.

  • Stufe 1, immer geladen: Nur der Name und die Beschreibung aus dem Kopf der SKILL.md. Das kostet kaum Kontext, etwa hundert Tokens pro Skill. Deshalb kannst du viele Skills installiert haben, ohne dass Claude langsamer oder teurer wird.
  • Stufe 2, beim Auslösen geladen: Erst wenn deine Aufgabe zur Beschreibung passt, liest Claude den vollen Text der SKILL.md.
  • Stufe 3, bei Bedarf geladen: Zusätzliche Dateien und Skripte zieht Claude nur dann nach, wenn es sie für genau diese Aufgabe braucht.

Heißt für dich, ein Skill ist kein langer Prompt, den du jedes Mal mitschleppst, sondern ein Kontext-System, das genau im richtigen Moment greift. Und weil die Qualität deiner KI-Ergebnisse vor allem vom Kontext kommt und nicht nur vom Modell, ist das so stark.

Die vier Arten von Skills#

Bevor du wild Skills sammelst, hilft es, die Typen auseinanderzuhalten. So merkst du schnell, was du überhaupt brauchst.

  • Prozess-Skills für feste Arbeitsabläufe, die immer gleich laufen sollen.
  • Stil-Skills, damit Texte nach dir klingen und nicht nach KI.
  • Wissens-Skills für Fachkontext, den Claude sonst nicht hat.
  • Tool-Skills, die Claude erklären, wie es mit Dateien, Konnektoren oder externen Systemen sauber arbeitet.

Nicht jeder Skill ist für jeden relevant. Wenn du viel schreibst, brauchst du andere Skills als jemand, der Rechnungen, Daten oder Code-Abläufe automatisiert.

Voraussetzungen#

  • Ein bezahlter Claude-Plan (Pro, Max, Team oder Enterprise), wenn du eigene Skills in der App nutzen willst.
  • Einmal die Code-Ausführung aktivieren, sonst taucht der Skills-Bereich gar nicht auf.
  • Eine SKILL.md bzw. einen Skill-Ordner, je nachdem ob du einen fertigen Skill nimmst oder einen eigenen anlegst.

Fertige Skills installieren#

Der schnellste Einstieg sind fertige Skills. In der Claude-App gehst du dafür so vor:

Customize → Skills → fertigen Skill suchen → installieren

In den Einstellungen unter Features aktivierst du vorher einmal die Code-Ausführung, dann ist der Skills-Bereich da. Anthropic liefert ein paar fertige Skills direkt mit, zum Beispiel für PowerPoint, Excel, Word und PDF. Die greifen oft schon automatisch, sobald du an so einem Dokument arbeitest.

In Claude Code läuft das etwas anders, da liegen Skills einfach als Ordner im Dateisystem. Persönliche Skills legst du unter ~/.claude/skills/ ab, projektbezogene unter .claude/skills/ im jeweiligen Projekt. Claude findet sie beim Start automatisch über das Beschreibungsfeld.

Einen eigenen Skill erstellen#

Jetzt der wichtigste Teil, denn der echte Hebel sind nicht fremde Skills, sondern deine eigenen. Es gibt zwei gute Wege, und der zweite ist oft der bessere.

Variante 1 · Aus deinem bestehenden Ablauf#

Du beschreibst Claude deinen Arbeitsablauf, so wie du ihn heute machst, und lässt daraus einen Skill anlegen. Ein einfacher Einstiegs-Prompt sieht so aus:

Ich mache regelmäßig folgende Aufgabe: [Aufgabe beschreiben].
So gehe ich dabei vor: [Schritte, Regeln, Beispiele].
Bau mir daraus einen sauberen Skill mit einer SKILL.md,
inklusive Name, Beschreibung und einem klaren Ablauf.

Variante 2 · Aus dem Chat-Verlauf#

Oft noch besser, weil ehrlicher. Du machst die Aufgabe einfach ein paar Mal ganz normal mit Claude. Wenn das Ergebnis sitzt, sagst du:

Mach aus dem, was wir hier gerade zusammen gemacht haben,
einen wiederverwendbaren Skill. Halt den Ablauf, die Regeln
und die Qualitätskriterien fest, die für ein gutes Ergebnis
gesorgt haben.

So steckt deine echte Arbeitsweise im Skill, nicht eine Theorie davon, wie du glaubst zu arbeiten.

Hochladen in der App#

Wenn dein Skill fertig ist, packst du den Ordner als ZIP und lädst ihn in der Claude-App unter Einstellungen und Features hoch. In Claude Code reicht es, den Ordner ins Skills-Verzeichnis zu legen.

Der skill-creator, damit Claude Skills fehlerfrei anlegt#

Es gibt einen offiziellen Skill von Anthropic, der genau eine Aufgabe hat, nämlich andere Skills sauber zu erstellen. Er heißt skill-creator und liegt im offiziellen Skills-Repo auf GitHub (anthropics/skills). Den solltest du installieren, bevor du eigene Skills baust, dann macht Claude die Struktur von sich aus richtig.

Was der skill-creator dir abnimmt:

  • Er hält die richtige Ordnerstruktur ein, also SKILL.md plus optional scripts/, references/ und assets/.
  • Er schreibt den Kopf der Datei korrekt, also name (nur Kleinbuchstaben, Zahlen und Bindestriche, max. 64 Zeichen) und description (max. 1024 Zeichen, beschreibt was der Skill macht UND wann Claude ihn nutzen soll).
  • Er testet den Skill mit echten Beispiel-Prompts, statt nur zu behaupten, dass er funktioniert.
  • Er schärft die Beschreibung nach, damit der Skill auch wirklich auslöst, wenn du ihn brauchst, und nicht ständig daneben.
  • Am Ende packt er den Skill fertig zum Installieren.

In der Praxis installierst du den skill-creator einmal und sagst dann sinngemäß: bau mir mit dem skill-creator einen Skill für [deine Aufgabe]. Den Rest macht Claude entlang dieses geprüften Ablaufs.

Skill oder MCP, wann was#

Diese beiden werden oft verwechselt, dabei lösen sie zwei verschiedene Probleme.

MCP gibt Claude ein Werkzeug. Ein Skill erklärt Claude, wie es dieses Werkzeug oder einen Prozess sauber nutzt. Ein MCP-Server hängt zum Beispiel deine Datenbank oder dein Notion an. Ein Skill sagt Claude dann, nach welchen Regeln und in welcher Reihenfolge es damit arbeiten soll. Faustregel: Brauchst du einen neuen Zugang oder eine neue Fähigkeit, ist das ein MCP. Geht es um das saubere, wiederholbare Vorgehen für eine Aufgabe, ist das ein Skill. Sehr oft willst du beides zusammen.

Häufige Fehler und Tipps#

  • Nicht Skills sammeln. Der Fehler Nummer eins ist, lange Skill-Listen anzuhäufen. Entscheidend sind die wenigen Skills, die zu deiner Arbeit passen.
  • Beschreibung zu schwammig. Wenn die description nicht klar sagt, wann der Skill greifen soll, löst er nicht aus oder mischt sich überall ein. Hier hilft der skill-creator am meisten.
  • Zu starre Befehle. Ein guter Skill erklärt das Warum und gibt Beispiele, statt nur in Großbuchstaben Regeln zu schreien. Claude folgt einem nachvollziehbaren Ablauf besser als einer Befehlsliste.
  • Skills nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Ein Skill kann Code ausführen und Werkzeuge bedienen. Nimm nur Skills, die du selbst gebaut hast oder die von Anthropic kommen, und schau bei fremden Skills vorher rein, bevor du sie nutzt.
  • Achtung, Skills syncen nicht überall. Ein Skill, den du in der App hochlädst, ist nicht automatisch in Claude Code oder über die API da. Du pflegst sie pro Umgebung getrennt.

Die eine Faustregel zum Mitnehmen#

Wenn du eine Aufgabe mehr als zwei oder drei Mal mit KI machst, sollte daraus ein Skill werden. Ab dann nutzt du Claude nicht mehr wie ein Chatfenster, das du jedes Mal neu einlernst, sondern wie ein System für wiederholbare Qualität. Genau das ist der Unterschied zwischen jemandem, der mit KI spielt, und jemandem, der mit KI arbeitet.